Akten suchen, also hoch ins Archiv. Treppen laufen, oben angekommen riecht es nach einer Mischung aus Schweiß, blutigen Binden und lecker Selbstgemachtem. Die dicke Frau mit den großen Brüsten, die hier das Kommando hat, empfängt mich. “Na, was suchen sie denn Herr Montenegro?”. “Sone Akte”, antworte ich, keine Lust auf Konversation mit der Alten.
“Ja, da müssen sie schon etwas genauer werden wenn ich ihnen helfen soll.” Sie hat mich, schießt es mir durch den Kopf, schnell antworte ich:”Naja, vom Zeitraum November 93 bis Februar 94. Irgendne Rechnung, aber ich hab hier die Nummer, ich finde sie bestimmt allein.”. “Das glaub ich nicht, ich hab hier nämlich mein eigenes System!”, erklärt sie stolz.
Also lass ich mir ihr ausgeklügeltes System erklären. Eigentlich war mein Plan hier oben möglichst den halben Tag mit der Suche zu verbringen, um der Arbeit zu entkommen. Sie führt mich durch die Gänge, “hier steht das und dort das”, blablabla, ich vergesse die Hälfte noch während sie spricht. Dann bleiben wir stehen, “So hier befindet sich der fragliche Zeitraum.”, ich bedanke mich.
Ein Blick auf die Uhr verrät mir, noch 20 Minuten bis zu Mittagspause.
Also langsam suchen. Damit die Zeit schneller vergeht lese ich mir jeden Eintrag
in der Akte durch. Meine Augen werden müde.
“Wollen sie auch mitessen, Herr Montenegro?”, erschrocken fahre ich hoch. Ich bin wohl kurz über den Akten eingeschlafen. ”Äh nein nein, ich hab mein eigenes Essen dabei.”, lüge ich.
“Ach sein sie doch nicht so, ich hab feine Schnitzel gemacht!”.
So geht es noch eine Weile hinundher.
Die Alte befindet sich in ihrer Küche und ich immer noch im Archiv.
Zum Schluß lasse ich mich überreden.
“Na dann kommen sie mal her, mein Lieber.” ruft’s und der Ton in ihrer Stimme
macht mich stutzig. Ich betrete die Küche, sie liegt nackt auf dem Tisch, nur ein Schnitzel mit brauner Soße bedeckt ihre Scham.
Ich beiße mir auf die Zunge, so daß es schmerzt, und beginne zu essen.