Archiv nach Monaten: Mai 2008

Das Getöse eines herannahenden Güterzugs weckte mich auf. Ich lag in der Nähe der Bahngleise, und hatte keinen blassen Schimmer wie ich hierher gelangt war. Doch daran konnte ich jetzt keinen Gedanken verschwenden, zu groß war der Schmerz in meinem Kopf und das Blubbern in meinem Magen. Es fühlte sich an als hätte mir jemand einen kalten Stab aus Stahl ins Gehirn geschlagen. Ich versuchte mich zu orientieren und erblickte auch sofort das kleine, verlassen wirkende, Bahnhofsgebäude. Mühsam schleppte ich meinen geschunden Körper dorthin.
Am Bahnhof angekommen sah ich das ein häßlicher, kleiner Mensch mit großem Bauch hier eine Trinkhalle, oder besser gesagt einen Trinkschuppen, betrieb. Praktischerweise mußte man diese nicht betreten um Waren zu akquirieren. Es gab ein kleines Fenster aus dem der “Bauchmann”, wie ich ihn inzwischen in meinem Kopf getauft hatte, sein Zeug herausgeben und Geld reinholen konnte. Ich drückte auf die Klingel, um die Aufmerksamkeit des Bauchmannes von seinem Fernsehgerät ab und auf mich zu lenken, und sagte: “Bier, bitte.” Mürrisch betrachtete er mich, holte in Zeitlupe ein Getränk unter dem Tresen hervor, stellte es hin und antwortete “einsfuchzich”. Um mich über Preise zu beschweren war dies der falsche Ort, also kramte ich mein letztes Geld hervor, legte es hin und machte mich, mit dem Bier in der Hand, auf den Weg zum Gleis.
Ich hatte Glück, keine 10 Minuten später, kam ein Zug.
Ich bestieg das Eisengefährt und schon ging die Fahrt los.
Zugfahren ist für mich immer eine zweischneidige Angelegenheit:
Auf der einen Seite fährt man durch die Gegend und muss nichts denken;
Auf der anderen Seite wird man ständig von dem Geschnatter und Gestank der anderen Fahrgäste penetriert. Besonders schlimm war eine Reisegruppe Mittzwanziger, die ein Abklatschspiel spielten und dabei geifernd lachten und schrien.
Ich habe nichts gegen Fröhlichkeit, aber meine Devise ist, jeder sollte sie für sich behalten um den anderen Leuten, eigentlich meine ich damit mich, nicht auf die Nerven zu gehen. Aber was rede ich hier…
Ein Schluck aus der Flasche sollte helfen, dachte ich bei mir. Mund auf, Flüßigkeit rein, Erfolg. Kurz vergass ich die Trottels. Was immer ich am Tag zuvor getan hatte, jetzt kam die Rache dafür; mein Herz fing an zu rasen, alles fing an sich zu drehen, ich verlor die Kontrolle über meinen Körper, versuchte mich am Abfalleimer im Abteil festzuhalten. Während ich also nun elendig im Sitz hing, fiel plötzlich mein Blick auf das Dekollte der Dame im Abteil neben mir. Es war wunderschön, sie hatte mittelgroße, würde ich jetzt mal sagen, Brüste. Dieser Anblick war wie eine Heilung für mich, mein Herzschlag wurde ruhig, meine Sicht klar. Doch das schönste stand mir noch bevor, als sie sich nämlich nach ihrer Handtasche bückte, konnte ich noch mehr sehen.
Den Rest der Zugfahrt lagen meine Augen nun auf diesen zwei wundervollen Dingern.
Nach zwei Stunden war ich an einem Ort angelangt, der sich für mich verheißungsvoll anhörte, und ich stieg aus, aber nicht ohne ein letztes Mal auf die, mir liebgewonnenen, Brüste zu schauen und sie in Gedanken zu verabschieden.
Als ich einsam, unter all den anderen, die ausgestiegen waren, in Richtung Busbahnhof lief, vergoss ich eine Träne beim Gedanken daran, daß ich diese Brüste wohl nie wieder sehen würde.

Bis zur nächsten Aktualisierung erstmal wieder etwas Musik. Herrlich!

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Interessante Bilder, irgendwo hab ich gelesen, sie würden wirken wie Standbilder aus einem Horrorfilm.
Ich bin jetzt zu betrunken um mir eine eigene Beschreibung aus den Fingern zu saugen.
Gute Nacht!

jh

Nichts; köstliches, umarmenswertes Nichts machte sich in meinem Kopf breit als ich die Augen schloß. In meinem Kopf war absolut nichts mehr.
Keine Mädchen, kein Geld, keine Termine.
Der Zug jagte durch die Gegend. Meine Augen waren noch immer geschlossen, ich bemerkte, daß meine Verwandlung begonnen hatte. In Kürze würde ich in den Himmel aufsteigen und aus den luftigen Höhen die lächerlichen Menschen betrachten. Ich war im Begriff meine finale Form anzunehmen.

cern

Hallo Freunde, Feinde, interessierte Leser,

ich hatte heute einen klassisch herben Tag, mehr dazu morgen. Für heute erstmal nur etwas Musikkk:
Eli Porter vs. The World

So nun eine schöne Dusche um den Schmutz des Tages von meinem geschundenen Körper zu waschen.

Herzlichst
Ihr HugoMontenegro