Mein Mobiltelefon klingelte, naja, eigentlich war ich es, der anrief. Etwas müde meldete sich eine Verflossene. Sie zeigte keinerlei Taktgefühl und fragte mich direkt, ob ich betrunken sei. Ich verneinte. Zu behaupten, ich sei nur müde von der vielen Arbeit hielt ich für angemessener, um sie zurückzugewinnen. Sie wehrte meine, unwiderstehlich ins Telefon gelallten, Versuche, sie von einem besseren Leben mit mir, zu überzeugen, geschickt ab und riet mir ich solle besser ins Bett gehen, da ich genug hätte. Wütend legte ich auf und wollte mir schon die nächste Fuhre bestellen, als ich eine Hand auf meiner Schulter bemerkte. Es war der Froschmann.
„Junge, Junge, bin ich froh, daß ich nie so ein Verlierer war wie du. Besoffen irgendne Alte anrufen. Pah! So nem Typen wie dir muss man noch helfen, daß er sich endlich ins Grab säuft. Zwei Bier, für mich und den Waschlappen!“
Widerwillig nahm ich das spendierte Bier an. Der Froschmann suchte nach jemandem, auf dessen Kosten er Witze machen konnte. Sofern dabei Bier und Schnaps für mich herausspringen sollte, wollte ich gern derjenige sein.
So verstrich der Rest des Abends. Der Froschmann dachte sich immer aberwitzigere Beleidigungen für mich aus, während ich mir die Suppe in den Hals leerte. Irgendwann war er von alldem Beleidigen udn Demütigen völlig erschöpft und er schlief im Sitzen ein.
Ich stand auf, nahm seine Brieftasche aus seinem Jackett. Draussen, auf der Straße, hatte ich schon bald einen schönen, großen Haufen Scheiße gefunden. Den bugsierte ich, vorsichtig, in den Geldbeutel meines edlen Spenders. Danach beförderte ich das Überraschungspaket zurück in das Jackett des Froschmanns.
Auf dem Weg nach Hause war der Schmerz des Tages vergessen und mit einem Lied auf den Lippen schlenderte ich durch die Gassen.