Archiv nach Monaten: Mai 2009

Müde und ungewaschen gings nach 2 Stunden Schlaf los. Alles in allem ein erfolgreicher Tag auf dem Turf, auch wenn es im fünften Rennen zu einer unschönen Szene kam. Ich trinke auf Thriller, das gute Pferd hat mir und Victor Electric, der seine Wette per Telefon platzierte, eine hübsche Summe beschert.

Turfnews

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Es lief ziemlich gut die letzte Zeit, fast schon zu gut für meine Verhältnisse. Ich wurde misstrauisch. Um mein überspanntes Gehirn zu lüften fuhr ich ins Feld. Ich hoffte das Grün der Natur würde mir die benötigte Erholung verschaffen.
Ich hatte mir ein hübsches Plätzchen ausgesucht, Death Metal drang aus den Boxen meiner Karre, irgendwo in der Ferne fällte jemand Bäume mit der Kettensäge. Ich rauchte Kippen auf der Rückbank, nachdem ich die Fünfte aufgeraucht hatte, verlor ich das Bewußtsein.
Ein Klopfen beendete meinen wirren Traum, in dem ich gerade von einer Brücke gestürzt war. Ich öffnete meine Augen und sah das rattenhafte Gesicht eines Alten in den Wagen blicken. Ich machte die Musik aus, stolperte ins Freie, noch immer völlig benommen.
„He, sie da, was machen sie denn hier?“
„Entspannen, nach was sieht es denn aus?“
„Naja, sie wissen schon, daß sie hier nur mit dem Auto rumstehen dürfen wenn sie hier was zu suchen haben. Nur landwirtschaftlicher Verkehr!“
Der Alte ging mir auf die Nerven, daß ich Inspekteur vom Wasserwerk sei, log ich ihm ins Gesicht. Misstrauisch beäugte er mich. Ich sah es ihm an, er kaufte mir Geschichte noch nicht ab. Aber sein Interesse war geweckt.
„So, so, vom Wasserwerk?! Ich hab da was für sie, Herr Inspekteur, kommen sie mal mit.“ Ich folgte dem Mann auf einem Feldweg, bald kamen wir zu einer Hütte, versteckt zwischen Tujasträuchern und Tannen, eingezäunt mit Maschendraht. Auf dem Feld nebenan
wuchsen die Tomaten nicht so recht.-kommt von den Tujasträuchern-
Der Rattenhafte schloß die Tür auf und bat mich herein in sein Loch. Wir gingen zur Hütte. Davor standen Plastikstühle, auf die wir uns setzten, nachdem er uns Sitzkissen gebracht hatte. Er brachte Bier aus großen Flaschen, genau mein Fall. -Das Geräusch von Bierflaschen, die geöffnet werden- Wir nahmen beide einen Schluck, dann begann er:“Also hören sie, wenn sie vom Wasserwerk sind, dann können sie sich gleich mal um meinen Nachbarn kümmern. Der düngt nämlich seine Tomaten, und das mitten hier im Wasserschutzgebiet! Sowas kann doch nicht angehen.“ „Da stimme ich ihnen voll und ganz zu,“, pflichtete ich ihm bei, „aber leider sind mir die Hände, in so einem Fall, gebunden. Ich bin nur für betriebsinterne Inspektionen zuständig.“ „Achso, schade. Aber den Namen kann ich ihnen ja trotzdem mal nennen.“ Ich sicherte ihm zu, daß ich den Namen an meine Kollegen weitergeben würde. Er nickte zufrieden und ging an eine seiner Hecken um Wasser zu lassen.
Der Alte stöhnte, während sich ein kleiner Bach aus Urin zwischen seinen Beinen bildete. Er stöhnte abermals auf, Pisse plätscherte auf feuchte Erde, dann brach er zusammen. Ich traute meinen Augen zuerst nicht, das Bier auf leeren Magen hatte mich bereits in Watte gepackt. Mit einem Grinsen im Gesicht, ich hielt den Zusammenbruch für einen üblen Witz des Alten, versuchte ich seinen Herzschlag zu hören -nichts-. Auch sein verfaulter Atem drang ihm nicht mehr aus Mund oder Nase. Der Rattenhafte war tot.
Eilig packte ich seinen Kasten Bier und die Sitzkissen in meinen Kofferraum. Von einer Telefonzelle aus sagte ich der Polizei bescheid, daß eine Leiche auf sie warte. Todesursache: Herzfehler oder überdüngte Tomaten.